Die Bürgerrechtsorganisation Center for Democracy & Technology hat sich angeschaut, wie ChatGPT, Gemini und Claude gebaut sind, und 37 manipulative Designmuster gefunden. Dark Patterns nennt sich das, also Tricks im Interface, die nicht dir nützen, sondern dem Anbieter. Dazu kommen Begleiter-Apps wie Replika und Character.AI, bei denen es noch dicker kommt. Der Report heißt »Dark Patterns in AI Chatbots: A Taxonomy to Inform Better Design« und stammt von Ruchika Joshi, Adinawa Adjagbodjou und Michal Luria.
KI-News
Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
OpenAI erklärt den Chat für tot und baut ChatGPT zur Agenten-App um
OpenAI plant den größten Umbau von ChatGPT seit dem Start 2022. »Chat ist tot«, sagte ein leitender Mitarbeiter der Financial Times. Aus dem Chatbot, der brav Fragen beantwortet, soll eine Superapp werden, die Coding-Werkzeuge, KI-Agenten und Partner-Apps wie Canva und Booking bündelt. Das Chatfenster, das OpenAI groß gemacht hat, wird also vom eigenen Hersteller beerdigt.
Apple lässt Siri jetzt von Google denken
Apple hat auf der WWDC-Keynote am 8. Juni verkündet, woran in Cupertino jahrelang gescheitert wurde: eine Siri, die funktioniert. Der Haken ist, dass das Gehirn dahinter nicht von Apple kommt, sondern von Google. Der Konzern lizenziert ein maßgeschneidertes Gemini-Modell mit rund 1,2 Billionen Parametern und zahlt dafür angeblich etwa eine Milliarde Dollar pro Jahr.
Perplexity lässt die KI ihren Suchcode selbst schreiben
Perplexity hat eine neue Sucharchitektur ausgerollt, sie heißt Search as Code. Bisher lief KI-Suche so: Das Modell schickt eine Anfrage an eine feste Such-API, wartet, nimmt das Ergebnis. Damit ist Schluss. Jetzt schreibt das Modell selbst Python-Code, der direkt in Perplexitys Suchstack greift, pro Aufgabe zusammengesetzt aus einzelnen Bausteinen. Verfügbar ist das ab sofort in der Agent API, in Perplexity Computer ist es bereits der Standard.
ChatGPT bekommt einen Panikraum, Lockdown Mode jetzt für alle
OpenAI hat am 5. Juni den Lockdown Mode für alle privaten ChatGPT-Konten freigeschaltet, auch für den Free-Tarif. Der Schutzmodus war im Februar zunächst Enterprise-Kunden vorbehalten, jetzt darf das gemeine Volk ran. Ein Schalter in den Einstellungen unter »Safety and security«, und ChatGPT verbarrikadiert sich: Webbrowsing läuft nur noch über zwischengespeicherte Inhalte, keine einzige Live-Anfrage verlässt mehr OpenAIs Netzwerk.
Anthropic seziert 832 KI-Hacker und findet ein Loch im Branchenstandard
Anthropic hat 832 Konten ausgewertet, die zwischen März 2025 und März 2026 wegen bösartiger Cyberaktivitäten gesperrt wurden, und die Fälle auf MITRE ATT&CK gemappt, den Katalog, mit dem die Sicherheitsbranche Angreifer seit Jahren einsortiert. Das Ergebnis ist unbequem: 67,3% der Akteure ließen die KI Malware schreiben, und der Anteil der Angreifer mit mittlerem oder höherem Risiko stieg innerhalb des Jahres von 33% auf 56%. Fast eine Verdopplung, dokumentiert vom Hersteller des Werkzeugs, das dabei geholfen hat.
ChatGPT schreibt jetzt Dossiers über dich und nennt es Träumen
OpenAI hat dem ChatGPT-Gedächtnis ein großes Update verpasst. Das System heißt Dreaming und schreibt im Hintergrund automatisch ein fortlaufendes Profil über den Nutzer. Nicht mehr als Stichpunktliste, sondern als zusammenhängender Text, sortiert nach Kategorien wie Arbeit, Hobbys und Reisen. Niemand muss mehr »merk dir das« sagen, die KI notiert von selbst, was im Gespräch so anfällt. Den Anfang machen Plus- und Pro-Nutzer in den USA, Gratis-Nutzer und weitere Länder folgen in den kommenden Wochen.
ChatGPT sucht dir jetzt einen Job und schreibt den Lebenslauf gleich mit
OpenAI hat ChatGPT eine Jobsuche eingebaut. Der Chatbot zeigt ab sofort Live-Stellenanzeigen und Freelance-Aufträge von Indeed, Upwork, Appcast und aus dem Web, personalisiert nach Erfahrung, Skills und Karrierezielen. Beworben wird auf den Quellseiten, ChatGPT liefert nur die Auswahl. Dazu kommt ein Lebenslauf-Editor: hochladen oder neu erstellen, auf die Stelle zuschneiden, als sauber formatiertes Dokument herunterladen.