Die Europäische Kommission hat am 30. Juli die offizielle Ausschreibung für bis zu sieben KI-Gigafabriken eröffnet. Gemeint sind Rechenzentren mit Spezialchips, groß genug, um Sprachmodelle der obersten Klasse von Grund auf zu trainieren. Bewerben können sich Konsortien aus Firmen, öffentlichen Stellen und Investoren, auch länderübergreifend. Bewerbungsschluss ist der 12. November 2026, der Bau soll Anfang 2027 beginnen, in Betrieb gehen sollen die Anlagen bis Mitte 2028. Zehn Länder haben Interesse an einem Standort angemeldet: Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien.
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KI-Agenten programmieren alles und forschen trotzdem nicht
Ein Team um Peter Kirgis und Sayash Kapoor hat am 29. Juli auf arXiv eine Studie veröffentlicht, die Frontier-Agenten an echter Forschung getestet hat statt an Benchmarks. Der Aufbau heißt Shadow Evaluation: Ein Agent bekommt die zentrale, offene Forschungsfrage eines guten, noch unveröffentlichten Papers und soll sie selbst beantworten. Benotet wird von den Originalautoren, die die Antwort bereits kennen. Getestet wurden zwei eingereichte NeurIPS-2026-Arbeiten, mit sechs Tagen Zeit und Rechenzeit im Wert von mehreren tausend Dollar. Beide Ergebnisse wurden von den Autoren eindeutig abgelehnt.
Zwei API-Schalter verdreifachen OpenAIs ARC-AGI-3-Ergebnis
OpenAI hat am 29. Juli erklärt, warum GPT-5.6 Sol auf dem Logik-Benchmark ARC-AGI-3 so schlecht aussah. Nicht das Modell war das Problem, sondern der Testaufbau. Mit zwei Einstellungen der hauseigenen Responses API, Retained Reasoning und Compaction, steigt das Ergebnis auf dem öffentlichen Aufgabenset von 13,3 auf 38,3 Prozent. Im offiziellen Harness von ARC Prize kam Sol auf 7,8 Prozent, GPT-5.5 auf 0,4 Prozent. Claude Opus 5 hatte den Rekord wenige Tage zuvor bei 30,2 Prozent gesetzt.
OpenAI verschenkt Sol Pro an 100.000 Forscher
OpenAI gibt 100.000 Forschern an ausgewählten Hochschulen kostenlosen Zugang zu seinen Spitzenmodellen. Los geht es diesen Sommer mit 10.000 Plätzen, unter anderem am Institute for Advanced Study und an der École normale supérieure, der Ausbau auf 100.000 soll bis 2027 laufen. Wer genommen wird, darf bis zu vier Kollegen aus der eigenen Institution mitbringen. Das Programm ist Teil einer Zusage über mehr als 250 Millionen Dollar bis 2027.
Claude Mythos halbiert die Schlüsselstärke eines NIST-Kandidaten
Anthropic hat am 28. Juli zwei kryptografische Ergebnisse veröffentlicht, die das Frontier Red Team mit Claude Mythos Preview erarbeitet hat. Das erste ist ein verbesserter Angriff auf HAWK, ein digitales Signaturverfahren, das in der dritten Runde der NIST-Ausschreibung für zusätzliche Post-Quanten-Signaturen steht. Das zweite ist ein schnellerer Angriff auf eine auf sieben von zehn Runden reduzierte Variante von AES-128. Beide Papiere sind samt Demonstrationscode online.
Nvidia baut eine KI-Sicherheitsallianz und die drei Größten fehlen
Nvidia hat am 27. Juli zusammen mit 36 weiteren Organisationen die Open Secure AI Alliance gegründet. Ziel ist es, offene Technologien, Verfahren und Werkzeuge zu entwickeln, mit denen sich Software und KI-Agenten absichern lassen. Dazu veröffentlicht Nvidia das Forschungsframework NOOA auf GitHub, das Agenten-Harnesses so an Modelle anbindet, dass sich das Verhalten der Agenten leichter testen, nachverfolgen, prüfen und steuern lässt.
1.178 KI-Mitarbeiter bitten Washington ums Bremspedal
1.178 Beschäftigte der führenden KI-Labore haben am 28. Juli eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Sie heißt »Pacing the Frontier« und enthält genau einen Satz als Forderung: Die US-Regierung soll eine internationale Anstrengung unterstützen, um die technischen und regulatorischen Werkzeuge zu entwickeln, mit denen sich das Tempo automatisierter KI-Entwicklung bewusst drosseln lässt. Unterschrieben haben unter anderem Anthropic-CEO Dario Amodei, OpenAI-Chefwissenschaftler Jakub Pachocki, Meta-Chefwissenschaftler Shengjia Zhao und Anca Dragan, die bei Google für KI-Sicherheit zuständig ist.
Ab 2.500 Dollar pro Prozent ist der Mensch wieder billiger
Die Forschungsorganisation METR hat eine neue Kennzahl vorgestellt, den »Expenditure Horizon«. Sie beantwortet eine Frage, die in der Debatte über sich selbst beschleunigende KI erstaunlich selten gestellt wird: Was kostet der Spaß eigentlich? Verglichen wird, wie viel eine KI und wie viel ein Mensch für dieselbe Verbesserung ausgeben muss. Der Schnittpunkt beider Kurven ist die Ausgaben-Grenze. Darunter lohnt sich die Maschine, darüber der Mensch.