OpenAI hat mehr als 800.000 beruflich genutzte ChatGPT-Nachrichten von US-Nutzern ausgewertet und daraus die erste Ausgabe der Reihe »Work at the Frontier« gemacht. Ergebnis: 16,8 Prozent aller Arbeitsnachrichten und 43,5 Prozent der berufsspezifischen Nachrichten drehen sich um Aufgaben, die traditionell zu einem anderen Beruf gehören. OpenAI nennt das Task Crossover. Der Rest der Welt nennt es: Ich frag halt schnell die KI, statt drei Tage auf den Kollegen zu warten.
KI-News
Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
Microsoft baut sich sein eigenes Cyber-Modell und lässt GPT nur noch die Drecksarbeit machen
Microsoft hat am 27. Juli MAI-Cyber-1-Flash vorgestellt, das erste eigene Sicherheitsmodell des Konzerns. Es steckt in MDASH, einem Multi-Agenten-System, das Schwachstellen in großen Codebasen findet und behebt. Mustafa Suleyman und Hayete Gallot verkünden im Blogpost »world-class performance at 50% of the cost of leading models«. Man hört das Marketing-Getriebe von hier aus rattern.
Geteilte Claude-Chats landeten bei Google im Index
Wer bei Claude ein Gespräch über die Funktion »Mit Link teilen« veröffentlicht hat, konnte es kurzzeitig über Google finden lassen. Nutzer auf Reddit stellten fest, dass die Suchabfrage site:claude.ai/share Tausende geteilte Chats auflistete, ganz ohne den Original-Link. Den Seiten fehlte der noindex-Tag, der Suchmaschinen davon abhält, eine Seite in den Index aufzunehmen. Betroffen waren nach einem Update von The Decoder auch Artefakte, also von Nutzern erstellte Dokumente und kleine Anwendungen.
Fünfzig Konzerne unterschreiben für offene KI-Modelle, Anthropic und Amazon nicht
Nvidia-Chef Jensen Huang hat am 24. Juli seinen allerersten Beitrag auf X veröffentlicht. Inhalt: ein offener Brief mit dem Titel »Open Weights and American AI Leadership«, gerichtet gegen mögliche US-Beschränkungen für herunterladbare KI-Modelle. Die Kernthese lautet, dass die USA ihre Führung in der KI nur mit einem offenen Modell-Ökosystem halten, nicht indem sie die besten Systeme hinter geschlossenen APIs wegsperren. Gestartet ist der Brief mit 25 Unterzeichnern. Über Nacht hat sich die Liste auf 50 verdoppelt.
iOS 26.6 baut heimlich den Index für eine Siri, die es noch nicht gibt
Heute soll iOS 26.6 erscheinen, und Apples eigene Release Notes fassen es in einem Satz zusammen: Fehlerbehebungen, Sicherheitsupdates, und der Spotlight-Index werde zur Vorbereitung auf iOS 27 optimiert. Klingt nach Hausmeisterarbeit. Ist aber der Grund, warum die neue Siri im Herbst überhaupt etwas finden wird. Den Release Candidate mit der Build-Nummer 23G71 hat Apple am 20. Juli verteilt, dazu die passenden Fassungen für iPadOS, macOS Tahoe, watchOS, visionOS und tvOS.
Kimi K3 hackt nur halb so gut wie die US-Modelle
Das britische AI Security Institute und die amerikanische Behörde CAISI haben Moonshot AIs neues Modell Kimi K3 gemeinsam auf offensive Cyberfähigkeiten getestet. Ergebnis: 32,2% auf ExploitBench, einem Benchmark der Carnegie Mellon University, der 41 echte Schwachstellen in Chromes V8-Engine nachbaut. Die führenden US-Modelle kommen dort auf 76,2%, Chinas GLM-5.2 auf 24,4%. Kimi K3 setzt sich damit an die Spitze der offenen Modelle und bleibt trotzdem weit abgeschlagen.
Null Prozent Prompt Injection, mit einem Sternchen
In der System Card zu Claude Opus 5 steht eine Zahl, die man zweimal liest: Bei Browser-Agenten liegt die Erfolgsquote von Prompt Injections über 129 Testszenarien bei 0%. Prompt Injection meint den Trick, einem Modell über manipulierte Eingaben neue Anweisungen unterzuschieben, etwa über versteckten Text auf einer Webseite. OpenAI hatte im Dezember eingeräumt, das Problem sei möglicherweise nie vollständig lösbar.
Claude Opus 5 bringt fast Fable-Niveau zum halben Preis
Anthropic hat Claude Opus 5 veröffentlicht. Das Modell kommt nach Angaben des Unternehmens nahe an die Leistung des Flaggschiffs Claude Fable 5 heran, kostet über die API aber die Hälfte: 5 Dollar pro Million Input-Token, 25 Dollar für Output, unverändert gegenüber dem Vorgänger Opus 4.8. In den Abos ist Opus 5 ab sofort das Standardmodell auf Claude Max und das stärkste verfügbare Modell auf Claude Pro.