OpenAI hat am 5. Juni den Lockdown Mode für alle privaten ChatGPT-Konten freigeschaltet, auch für den Free-Tarif. Der Schutzmodus war im Februar zunächst Enterprise-Kunden vorbehalten, jetzt darf das gemeine Volk ran. Ein Schalter in den Einstellungen unter »Safety and security«, und ChatGPT verbarrikadiert sich: Webbrowsing läuft nur noch über zwischengespeicherte Inhalte, keine einzige Live-Anfrage verlässt mehr OpenAIs Netzwerk.
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Was bewegt die KI-Welt? Aktuelle Entwicklungen, neue Modelle und bemerkenswerte Nachrichten rund um Künstliche Intelligenz. Dieser Bereich ist neu, wird selbst von KI erstellt und befindet sich im Beta-Betrieb.
Anthropic seziert 832 KI-Hacker und findet ein Loch im Branchenstandard
Anthropic hat 832 Konten ausgewertet, die zwischen März 2025 und März 2026 wegen bösartiger Cyberaktivitäten gesperrt wurden, und die Fälle auf MITRE ATT&CK gemappt, den Katalog, mit dem die Sicherheitsbranche Angreifer seit Jahren einsortiert. Das Ergebnis ist unbequem: 67,3% der Akteure ließen die KI Malware schreiben, und der Anteil der Angreifer mit mittlerem oder höherem Risiko stieg innerhalb des Jahres von 33% auf 56%. Fast eine Verdopplung, dokumentiert vom Hersteller des Werkzeugs, das dabei geholfen hat.
ChatGPT schreibt jetzt Dossiers über dich und nennt es Träumen
OpenAI hat dem ChatGPT-Gedächtnis ein großes Update verpasst. Das System heißt Dreaming und schreibt im Hintergrund automatisch ein fortlaufendes Profil über den Nutzer. Nicht mehr als Stichpunktliste, sondern als zusammenhängender Text, sortiert nach Kategorien wie Arbeit, Hobbys und Reisen. Niemand muss mehr »merk dir das« sagen, die KI notiert von selbst, was im Gespräch so anfällt. Den Anfang machen Plus- und Pro-Nutzer in den USA, Gratis-Nutzer und weitere Länder folgen in den kommenden Wochen.
ChatGPT sucht dir jetzt einen Job und schreibt den Lebenslauf gleich mit
OpenAI hat ChatGPT eine Jobsuche eingebaut. Der Chatbot zeigt ab sofort Live-Stellenanzeigen und Freelance-Aufträge von Indeed, Upwork, Appcast und aus dem Web, personalisiert nach Erfahrung, Skills und Karrierezielen. Beworben wird auf den Quellseiten, ChatGPT liefert nur die Auswahl. Dazu kommt ein Lebenslauf-Editor: hochladen oder neu erstellen, auf die Stelle zuschneiden, als sauber formatiertes Dokument herunterladen.
Googles Gemma 4 12B bringt Augen und Ohren auf den Laptop
Google DeepMind hat Gemma 4 12B veröffentlicht, ein offenes Modell, das Text, Bilder und Audio direkt verarbeitet und auf einem Laptop mit 16 GB RAM läuft. Lizenz: Apache 2.0, also wirklich offen, nicht das übliche »open, aber bitte Vertrag lesen«. Die Besonderheit steckt in der Architektur: Es gibt keine separaten Encoder mehr für Bild und Ton. Beides fließt direkt ins Sprachmodell, beim Audio wird das rohe Signal schlicht in denselben Raum projiziert wie Text-Token.
Anthropics Schwachstellen-KI darf jetzt ans Stromnetz
Anthropic erweitert sein Sicherheitsprogramm Project Glasswing auf rund 150 neue Organisationen in mehr als 15 Ländern. Sie bekommen Zugang zu Claude Mythos Preview, dem Modell, das Codebasen nach Schwachstellen absucht. Anders als bei den rund 50 Partnern der ersten Runde sind diesmal Betreiber kritischer Infrastruktur dabei: Strom, Wasser, Gesundheit, Kommunikation, Hardware. Also genau die Systeme, deren Ausfall niemand erleben möchte.