Claude KI im Überblick: Was Anthropics Modell kann

Claude KI im Überblick: Was Anthropics Modell kann

Claude KI von Anthropic hat sich als ernsthafte Alternative zu ChatGPT etabliert. Manche sagen, sie sei die bessere. Hier ist, was du über Claude wissen solltest. Zugang, Fähigkeiten, Modelle, Preise und wie es sich im Vergleich mit ChatGPT und Gemini schlägt. (Stand 07/2026)

Wo bekomme ich Zugang?

Der Zugang erfolgt über claude.ai. Es gibt Apps für iOS und Android, eine Desktop-App für macOS und Windows, und mit Claude Chrome eine Browser-Erweiterung, die Webseiten direkt im Browser analysieren und steuern kann. Claude läuft in beliebigen Sprachen, Deutsch funktioniert ausgezeichnet.

claude.ai Logo

Die Firma Anthropic

Anthropic wurde 2021 in San Francisco von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, darunter Daniela und Dario Amodei. Das Unternehmen ist als Public-Benefit Corporation eingetragen, eine Rechtsform, die neben Gewinn auch das öffentliche Wohl berücksichtigen muss. Die Abspaltung von OpenAI erfolgte wegen Differenzen über die kommerzielle Ausrichtung und die Zusammenarbeit mit Microsoft.

Investoren sind unter anderem Google und Amazon. Im Februar 2026 schloss Anthropic eine Finanzierungsrunde über 30 Milliarden Dollar ab, bei einer Bewertung von 380 Milliarden Dollar (Stand 02/2026). Claude ging erstmals im März 2023 live. Ausführlicher dazu: Claude und Anthropic in Zahlen.

Warum der Name Claude?

Der Name erinnert an Claude Shannon, den Begründer der Informationstheorie. Shannon revolutionierte mit seiner Arbeit von 1948 das Verständnis von Information und legte die Grundlagen für digitale Kommunikation. Er gilt als einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts. Keine schlechte Namenspatronage.

Was Claude über sich selbst sagt

Letztlich bin ich fasziniert von meinen eigenen Fähigkeiten, gleichzeitig mir aber auch der Limitationen bewusst. Ich sehe mich als Werkzeug, das hoffentlich viel Gutes bewirken kann, ohne den Anspruch zu haben, mehr als eine Maschine zu sein.

Typisch Claude. Höflich, nachdenklich, ein bisschen zu bescheiden. Aber im Kern plausibel.

Was kann Claude KI?

Claude ist ein KI-Assistent, der Texte generiert, Dokumente analysiert, Code schreibt und erklärt sowie Daten und Visualisierungen erstellt. Wer tiefer einsteigen will, findet bei den Profi-Tricks für Claude konkrete Anleitungen. Ein Überblick über die wichtigsten Fähigkeiten.

Text und Dokumente. Lange Texte, Analysen, Übersetzungen. Claude kann PDFs und Bilder analysieren und beschreiben. Die Textqualität, besonders bei anspruchsvollen oder kreativen Aufgaben, ist eine der größten Stärken.

Code. Python, JavaScript, Java, C++, Ruby, PHP, Rust und viele weitere Sprachen. Claude gilt als einer der besten KI-Coder überhaupt. Mit Claude Code, dem agentenbasierten Coding-Tool fürs Terminal, kann Claude ganze Repositories analysieren und ändern; im Frühjahr 2026 gilt Claude Code als führendes KI-Coding-Werkzeug.

Artifacts. Das zweigeteilte Arbeitsfenster ist Claudes Alleinstellungsmerkmal. Code, Dokumente und Visualisierungen entstehen als bearbeitbare Objekte, die schrittweise verfeinert werden können.

Projekte und Memory. Claude behält dauerhaft Kontext. Dokumente hochladen, Anweisungen hinterlegen, über beliebig viele Chats hinweg. Dazu kommt Memory. Claude merkt sich Vorlieben, Stil und wiederkehrende Anforderungen zwischen Sitzungen.

Skills. Claude kann wiederkehrende Arbeitsweisen als Skills abspeichern und automatisch anwenden. Textdateien mit Anweisungen, die Claude bei Bedarf lädt. Keine Programmierung nötig.

Webrecherche. Claude kann aktuelle Informationen im Internet suchen und mit Quellenangaben liefern.

MCP-Integration. Über das Model Context Protocol kann Claude mit externen Tools arbeiten. Dateien erstellen, in Datenbanken schreiben, mit APIs kommunizieren. Dieser Artikel wird zum Beispiel von Claude selbst in WordPress aktualisiert, via MCP-Schnittstelle.

Cowork und Desktop-Apps. Claude Cowork kann komplexe, mehrstufige Aufgaben auf dem Desktop autonom ausführen, Dateien verwalten und Workflows automatisieren. Außerdem gibt es Claude als Add-in für Excel und PowerPoint.

Keine Bildgenerierung, aber Diagramme

Anders als ChatGPT mit seinem GPT-Image-Modell oder Gemini mit Nano Banana erzeugt Claude selbst keine Bilder. Dafür beherrscht Claude SVG-Grafiken und alle erdenklichen Diagrammtypen. Balken-, Linien-, Kreisdiagramme, Heatmaps, Flussdiagramme, Organigramme und mehr.

Das folgende Diagramm hat Claude für diesen Artikel generiert. Ein Klick vergrößert die Darstellung.

Claude KI generiertes Diagramm zum Thema Bildung

Die aktuellen Claude Modelle

Anthropic bietet vier Modellklassen mit musikalischen Namen. Haiku ist klein, schnell und günstig, Sonnet der Allrounder, Opus das langjährige Flaggschiff. Darüber liegt seit Juni 2026 die neue Mythos-Klasse. Die aktuelle Generation (Stand 07/2026).

Claude Opus 4.8 (seit Mai 2026) ist das leistungsstärkste Modell der klassischen Riege. Beste Ergebnisse bei komplexen Aufgaben, langem Kontext und anspruchsvollem Coding. Neu ist das Feature »Dynamic Workflows« zur Koordination ganzer Agenten-Schwärme. Bereits Opus 4.6 brachte das 1-Millionen-Token-Kontextfenster (Beta) und Agent Teams, bei denen mehrere Claude-Instanzen parallel an einem Problem arbeiten.

Claude Fable 5 (seit Juni 2026) ist das erste Modell der Mythos-Klasse und Anthropics leistungsstärkstes öffentlich verfügbares Modell. Immer aktives Reasoning, 1 Million Token Kontext, gebaut für schwieriges Coding, lange Agentenläufe und komplexe Recherche. Mit eingebauten Sicherheitsklassifikatoren, die heikle Anfragen etwa aus Cybersecurity oder Biologie automatisch an Opus 4.8 weiterreichen. Das Schwestermodell Claude Mythos 5 ist dasselbe ohne diese Bremsen, aber nur für ausgewählte Partner im Programm Project Glasswing zugänglich. Details im Artikel zu Claude Fable 5.

Kurz nach dem Start, am 12. Juni 2026, musste Anthropic den Zugang zu Fable 5 und Mythos 5 wegen einer US-Exportkontrollauflage vorübergehend sperren. Seit dem 1. Juli 2026 sind beide wieder verfügbar. Die übrigen Modelle (Opus, Sonnet, Haiku) waren allerdings nie betroffen.

Claude Sonnet 5 (seit Juni 2026) ist der Alltagsbegleiter und das Standardmodell in den Free- und Pro-Plänen. Schnell, effizient, hervorragend für die meisten Aufgaben. Gebaut für agentisches Coding, Tool-Nutzung und günstigere Agenten-Workflows. Ebenfalls mit 1M Token Kontextfenster.

Claude Haiku 4.5 ist das schnelle, günstige Modell für einfache Aufgaben und hohe Volumen.

Alle aktuellen Modelle sind Hybrid-Modelle. Sie können entweder sofort antworten oder in einen Extended-Thinking-Modus wechseln, in dem sie bei komplexen Problemen schrittweise nachdenken.

Was kostet Claude?

PlanPreisWas du bekommst
FreekostenlosSonnet 5, eingeschränkte Nutzung, Webrecherche, Artifacts
Pro20 $/Monat5× mehr Nutzung, Claude Code, Projekte, Memory, Skills, Google Workspace, Extended Thinking
Max 5×100 $/Monat5× mehr als Pro, Zugang zu Opus 4.8, Agent Teams, Priorität
Max 20×200 $/Monat20× mehr als Pro, höchste Limits, für tägliche Intensivnutzung

Das Mythos-Modell Fable 5 ist in Pro und Max eingebaut, allerdings mit engeren Nutzungsgrenzen; wer viel damit arbeitet, braucht zusätzliche Credits oder greift zur API. Für Teams gibt es einen eigenen Plan ab 25 Dollar pro Nutzer und Monat, für Unternehmen individuelle Enterprise-Tarife. Die aktuellen Preise listet die offizielle Preisseite.

Für die meisten Nutzer reicht Pro. Wer regelmäßig an die Limits stößt, besonders beim Coden mit Claude Code, für den lohnt sich Max. Alle anderen sollten erst mal ausprobieren, wie weit die kostenlose Version trägt.

Sven Lennartz Avatar

Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage

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